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Geschichte

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Schon seit 5 Generationen ist der Name Hirner eng mit Holz und der Jagd verbunden. Den Grundstein legte Peter Hirner sen. (1894-1976). Als Sohn von Anna (geb. Katzensteiner 1865 -….) und Ignaz Hirner (1864 – 1945) aus dem Rohrbachgraben (Baierlalm) begann Peter Hirner schon früh mit dem Holzhandel.

:: Gabriele und Peter Hirner mit Frau Stepanek vor dem Geburtshaus Baierlalm 28.Juli 1960

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:: Hermann, Julius, Roman, Peter, Rudolf, Emily, Franz, Josef

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:: Ignaz Hirner beim Fischen an der Enns

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Anfangs arbeite Peter Hirner in den Steyr Werken und durch Fleiß und eiserne Sparsamkeit schaffte er es das notwendige Kapital für erste Holzeinkäufe zu erwirtschaften.

Die Firmengründung für Holzhandel mit Rundholz für Sägewerke am eigenen Lagerplatz am Ufer der „alten Enns“ noch vor dem Kraftwerksbau erfolgte 1920. Damals wurde das Holz zum Großteil mit Flößen bis zur Donaumündung geliefert. Immer wieder gab es Rückschläge wenn das Holz vor Peter Hirners Augen bei Hochwasser weggerissen wurde.

:: Peter Hirner auf einem Floß auf der Enns

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:: Peter Hirner mit Holzfuhrwerk

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Gemeinsam mit seiner Frau Gabriele wurde 1924 das Grundstück Burgstraße 56 (ehm. Stiedelsbach 20) mit dem Wohnhaus „Hanseloed“ gekauft. (Haus Hanseloed unter Herrschaft Losenstein, noch 1879 Lippenoed samt Schmiede)

:: Aufnahmen Hanseloed | Losenstein vor dem Kraftwerksbau

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:: Gabriele und Peter Hirner

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Für die zahlreichen Holzeinkäufe nützte Peter Hirner Motorräder mit denen er das ganze Jahr in weiten Teilen Österreichs unterwegs war. Sein erstes Motorrad war eine Harley Davidson; später folgten eine NSU und mehrere BMW Motorräder. Reisen abseits der Arbeit gingen auf den Großglockner und bis nach Rom.

:: Peter Hirner auf seiner Harley Davidson

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In den dreißiger Jahren wurden Eisenbahnschwellen für die Österreichischen Bundesbahnen erzeugt. Damals waren bis zu 40 Schwellenhauer tätig. 1940, mitten im Krieg, wurden erstmals sogenannte Schwellensägen (nach dem Patent von Stefan Orthofer) verwendet. Diese Schwellensägen wurden in Losenstein von der Firma Karl Vögerl hergestellt.

Peter Hirner war im Ersten und im Zweiten Weltkrieg Soldat. Nicht an der Front sondern in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges wurde Peter Hirner im Gasthof Taverne Deisl (Gasthof Körber) angeschossen.

:: Peter Hirner als Soldat

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Gerade in den schlechten Nachkriegsjahren zeigte sich der besondere Unternehmergeist von Peter Hirner. Er baute einen Stall und hielt mehrere Schweine, 2 Kühe und eine Ziege. Das ausgezeichnete Fleisch wurde bis nach Wien geliefert. Um Gemüse und Blumen aus dem Garten zu verkaufen, fuhr Gabriele Hirner einmal pro Woche mit dem Fahrrad auf der alten Schotterstraße nach Steyr.

Beim Verkünden des Kriegsendes 1945 landeten beim Abrüsten vor allem der Amerikaner unzählige Fahrzeuge und Kriegsgeräte in der Enns. Peter Hirner barg einen OPEL Kadet aus der Enns, zerlegte, reinigte und reparierte diesen vollständig.

:: Peter Hirner mit seinem neuen Fiat

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Allmählich nahm Peter Hirner den Holzhandel wieder auf. Sonntag für Sonntag erhielten im Gasthaus Kittinger in Losenstein die Bauern das Geld in bar für das gelieferte Holz. Bekannt war dazu die sehr laute Stimme von Peter Hirner wenn er die ganze Gaststube unterhielt. Das Gasthaus Kittinger wurde 1968 abgerissen und wich dem wich dem neuen Gebäude der Raiffeisen Bank.

:: Peter Hirner im Gasthaus Kittinger

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Im Jahr 1950 wurde der erste Steyr Traktor 180 samt neuem Rungenwagen gekauft.

:: Peter Hirner mit schwerer Holzfuhre

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1954 wurde auf dem Grundstück Burgstraße 56 ein Sägewerk errichtet. Vorerst wurde mit Voll- und Seitengatter geschnitten. Es folgte überwiegend der Einschnitt von inländischen Laubhölzern, wobei ein Teil des Schnittholzes auch nach Italien exportiert wurde. Die berühmten Krippenfiguren aus dem Grödnertal sind noch heute häufig aus Hirner Holz.

:: Sägewerk Peter Hirner

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Gabriele und Peter Hirner hatten 4 Söhne. Alfred geb.1930 | Peter 1933 – 2016 | Herbert geb.1941-2006 | Adolf geb.1943| Die beiden älteren Buben Alfred und Peter arbeiteten schon sehr früh im Sägewerk. Der Wochenlohn von Alfred im Jahr 1950 lag damals bei 50 Schillingen in der Woche.

:: Gabriele, Alfred, Peter, Adolf und Herbert Hirner im Garten

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Die gesamte Holzarbeit erfolgte vorwiegend händisch. Besonders kraftraubend war das Verladen des Brennholzes und der Buchenschwellen. Im Zuge des Kraftwerkbaus in Losenstein im Jahr 1956 wurde das Grundstück an der Enns gegen ein Grundstück beim Bahnhof getauscht. Der Grund wurde als Lagerplatz für Schnittholz verwendet und hatte eine Laderampe mit Gleisanbindung.

. Das Losensteiner Kraftwerk wurde im Jahr 1967 fertiggestellt.

:: Die Enns vor dem Kraftwerksbau

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:: Bau der Ennsbrücke in Losenstein

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1956 wurde der erste Steyr LKW bestellt. Der Steyr Diesel 380 mit 85 PS hatte anfangs keinen Holzkran. Das gesamte Rundholz wurde händisch verladen. Das gesamte Rundholz wurde händisch verladen. 1963 kam es zur zweiten Betriebserweiterung durch einen Grundstückszukauf von den Ennskraftwerken (ehm. Uferbauerngründe) beim Lagerhaus. In dieser Zeit arbeiteten unter Gabriele und Peter Hirner bis zu 20 Mitarbeiter im Sägewerk. Großteils waren Nebenerwerbsbauern im Betrieb tätig.

:: Mitarbeiter im Sägewerk (Stöllnberger | Schörkhuber | Reitner | Reitner | Damhofer | Hirner)

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Gabriele Hirner machte neben dem Haushalt und Garten auch die Buchhaltung in der „Kanzlei“. Weiters waren im Sommer regelmäßig Sommergäste aus ganz Österreich zu Gast.

:: Sommerfrische in Losenstein (links Herr Pokorny aus Wien)

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Nach der Handelsakademie und der Holzfachschule in Kuchl übernahm 1967 Peter Hirner jun. (1933 – 2016) das Sägewerk und den Holzhandel. Zum Großteil wurden wieder Buchenschwellen hergestellt. In den 70er Jahren war Holz Hirner der größte Lieferant von Schwellen der Österreichischen Bundesbahnen. Beim Schnittholz wurde vorwiegend Laubholz wie Eiche, Esche oder Ahorn geschnitten.

:: Verladung von Buchenschwellen am Lagerplatz

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Unter Peter Hirner erfolgten mehrere größere Um- und Zubauten.

:: Errichtung Halle beim Lagerhaus in 2 Bauabschnitten

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:: Umbau Sägewerk mit neuer Bandsägemaschine aus der Schweiz

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:: Neubau Holzfeuerungsanlage samt Dämpfkammer und 3 Trockenkammern

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:: Firmenfeier zum 60. Geburtstag von Peter Hirner

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:: Mercedes LKW’s

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Verbunden im Umgang mit Holz wuchs die Leidenschaft zum Wald und zur Jagd. Aufgrund des großen Erfolges mit dem Sägewerk konnte Peter Hirner große Waldgebiete erwerben. Ender der 1990er Jahre Peter Hirner mit viel Geschick und Ausdauer 250 ha Wald am Schieferstein und am Grestenberg. Für die Holznutzung ließ Peter Hirner umfangreiche Forststraßen errichten. Eine Forststraße reicht bis zur Dommerlbauernalm direkt unter dem Schieferstein. Das Eichenholz des Gipfelkreuzes am Schieferstein stammt vom Sägewerk aus Losenstein. Auf der Nestltalerlalm am Fuße des Schiefersteins errichte Peter Hirner eine eigene Kapelle.

:: Nestlalm mit Kapelle

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:: Peter Hirner nach der Jagd

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Das Waldgebiet in Roßleithen kaufte Peter Hirner Anfang der 2000er Jahre. Das 220 ha große Grundstück reicht vom Gleinkersee bis zur Dümlerhütte des Österreichischen Alpenvereins. Sowohl die Tommerlalm als auch die Stofferalm sind bewirtschaftet. Ein Großteil der Waldfläche ist Naturschutzgebiet. Hier ist das seltene Birkhuhn und der Auerhahn heimisch und darf nicht gejagt werden.

:: Dümlerhütte

In Zukunft führen Stefan und Julius Hirner die Geschäfte von Holz Hirner e.U. und den Forstbetrieben. Derzeit befinden sich die beiden Nachfolger in Ausbildung. Stefan studiert im Holztechnikum in Kuchl; Julius besucht die Handelsakademie in Steyr. Das Sägewerk soll in den kommenden Jahren vorwiegend zum Schneiden von eigenem Holz aus den Waldgebieten Schieferstein und Roßleithen genutzt werden. Die Entscheidung die Säge wieder in Betrieb zu nehmen wird zu einem späteren Zeitpunkt getroffen. Ziel ist es in Zukunft innovative und nachhaltige Projekte mit den vorhandenen Ressourcen, Immobilien und Grundstücken gemeinsam und partnerschaftlich zu planen und umzusetzen.